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Rolf Kadgien, Regionalvorstand Mecklenburg-Strelitz

Gedanken zur Strategiedebatte

Wir müssen dem Heimatbegriff der Rechten einen anderen Begriff entgegensetzen.

Der Mensch ist ein bio-psycho und soziales Wesen. Alle Gesellschaften berücksichtigen das nur einseitig. In der DDR gab es eine Art Diktatur der Vernunft. Dafür wurde als Gegengewicht in der Kulturpolitik weit stärker als heute berücksichtigt, dass sie Ersatzbefriedigung für Liebe und das Streben nach Wahrheit sein muss.

Konkrete Auswirkung für uns als Partei war: Wir kamen auch nach der Wende mit rein rational vorgetragenen Argumenten im Osten noch gut an.

Der entscheidende Wandel trat dann Ende der 90er Jahre ein, wo der Kapitalismus die Instinkte längst wieder stärker in den gesellschaftlichen Alltag hineinreproduzierte. Nun begriffen wir zwar schrittweise, dass ohne emotionale Ansprache kaum noch was zu machen sei, überließen aber die Instinkte der Ellbogengesellschaft weitgehend den Rechten.

Was ist zu tun?

Uns scheint der zentrale Kampfbegriff der Rechten derzeit „Heimat“ zu sein.

Sie mißbrauchen ihn zu Ausgrenzung, Geschichtsklitterung und Nationalismus, und zwar immer von den Instinkten her. Dem müssen wir einen anderen Heimatbegriff entgegensetzen. Wir schlagen vor, dass sich DIE LINKE zumindest auf Landesebene „Für eine solidarische und weltoffene Heimat“ ausspricht und immer hinterfragt, wie die Masse der  Bevölkerung in der jeweiligen Zeit nun wirklich gelebt hat.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die zumindest schweigende Akzeptanz des Begriffs „Leistungsgesellschaft“ für diesen Kapitalismus durch die LINKEN. Das gilt es zumindest endlich mal genauer zu hinterfragen. Wer kriegt denn in dieser Gesellschaft wirklich nach seiner Leistung bezahlt? Ist es nicht viel-mehr so, dass man einen – dazu der Willkür unterliegenden - Anteil des am Markt realisierten Wertes erhält?

Wenn wir aber den Begriff  akzeptieren, wo die Wirklichkeit eine ganz andere ist, tragen wir da nicht zu ihrer Verschleierung und auch Entsolidarisierung bei?

Müssen wir dem Begriff der „Leistungsgesellschaft“ nicht einen Kampfbegriff entgegensetzen, der zumindest impliziert, dass das untere Drittel der Gesellschaft nicht aus bloßer Faulheit und Eigenverschulden oder gar Bildungsferne in diese als“Unterschicht“ herabgewürdigte Lage gekommen ist? Warum sonst verlieren wir hier immer mehr unserer Anhänger, für die wir nun wirklich seit Jahren einstehen, an die Rechten?

Und müßte dieser Begiff nicht lauten „menschenfeindlicher Kapitalismus“?

Wir wollen damit gleichzeitig sagen: Ohne Schärfung unseres antikapitalisti-schen Profils wird DIE LINKE ihre Krise nicht überwinden können.

Ein Drittes: DIE LINKE braucht 3-4 Forderungen, die sie auf allen Ebenen durchdekliniert, bis zum Brechreiz. Aber nur dadurch würde sie unverwechselbar. Dazu gehören unbedingt: - Frieden und Abrüstung

- Alle Entwicklungsmöglichkeiten für jeden Menschen in diesem Lande, und

  zwar angstfrei bis zur Rente

- Sozialgerechte Klimapolitik

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