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Moritz Gedig

"Wie können wir ... ?"

Ich habe das Gefühl, dass mich neben einer Vollzeitbeschäftigung in keiner Weise Einfluss nehmen kann, obwohl ich in einer Partei bin. Es ist keineswegs nur ein Zeit-Problem, sondern ein systemisches.

Das was Ihr/Wir hier gerade machen ist ein toller Anfang, denn:

1. Sammeln

2. Sortieren und Organisieren

3. Diskutieren

4. Formulieren

5. Abstimmen

6. Dafür Kämpfen

Bringen uns in der Reihenfolge voran. Was uns nicht voran bringt, sind Selbstbeschäftigung und Leute denen es nicht um Inhalte geht.

Nur wie man das konkret umsetzt hat noch KEINE Partei verstanden.

Ich habe das Gefühl, dass mich neben einer Vollzeitbeschäftigung in keiner Weise Einfluss nehmen kann, obwohl ich in einer Partei bin. Es ist keineswegs nur ein Zeit-Problem, sondern ein systemisches. Selbst wenn ich jede Woche 6 Std. aufbringen würde, würde es nichts ändern.

Es gibt keine Möglichkeit bundesweite Experten/Themen/Interessens-gruppen zu bilden um Vorschläge zu entwickeln.

So wie es organisiert ist, ist es nicht praktikabel.

Niemand der an Inhalten statt Menschen interessiert ist, hat Lust durch Regen und Kälte zur Sitzung zu gehen, um sich über die komplizierten zwischenmenschlichen Verstrickungen auf dem Laufenden zu halten, und sich  wörtlich zu merken wer was sagte, um Leute auf ihre Inkonsistenzen hinzuweisen.

Ganz vieles von dem was fast jeden Menschen abstößt ist dank des Internets völlig unnötig.

Wir haben seit über 20 Jahren das Internet in einer Form dass es privat nutzbar ist.

Partei braucht ein online Forum mit allen Aspekten des Web2.0: verifiziert personalisiert, Audio, Video. Und das nicht von oben herunter, sondern egalitär. Ein Facebook + YouTube + Webforum/Board + Dokumentenverwaltung.

Für Entwürfe von Programmen und anderem muss es ein Versionierungssystem mit Forks und Merges geben. Man muss die Texte selektiv kommentieren können, also Threads für Passagen anlegen können. Bei www.project-syndicate.org hat es diese Funktionalitäten teilweise gegeben, man kann/konnte Passagen kommentieren.

Die Plattform ist nicht anonym, sondern alles wird per Digital Signature Algorithm unterschrieben. Abstimmungen über die Entwürfe oder Personalentscheidungen müssen online vorbereitet werden. Alle Abstimmungen und Wahlen sollten, soweit sie nicht anonym sind, online möglich sein.

Die Kandidaten sollten sich gegenseitig per Video, Audio, Text antworten können.

Technisch hatten wir Vergleichbares schon vor 25 Jahren mit dem Usenet.

Die online Plattform und Treffen in Echtzeit dürfen kein Parallelleben führen, sondern müssen stets synchronisiert sein indem es Live-Streams und Protokolle gibt.

In der Informatik ist die Verwaltung von Texten und das Wachstum von Projekten ein wohl bekanntes Problem für das Lösungen geschaffen wurden. Die Politik ist völlig unprofessionell und macht sich die Methoden und Erkenntnisse anderer nicht zu eigen.

 

"Verfestigung der Rechtsentwicklung"

Ich bin mir nicht sicher, dass es Aufgabe einer linken Partei ist, die Wählerschaft der Rechten zu beeinflussen. DIE LINKE sollte Leute für sich gewinnen nicht andere Parteien verhindern. Wir müssen die bessere Alternative sein.

Rechtsextreme speisen sich u.a. aus einem Identitäts-Minderwertigkeitskomplex, DIE LINKE könnte sich endlich gegen diesen einen bestimmten stellen, anstatt die Partei der unverstandenen Ost-Opfer zu sein. Diese Ost-Opfer sind offenbar nicht politisch an uns gebunden und können daher direkt zur Rechten wechseln.

 

"Spaltung überwinden"

Man kann Spaltung nicht überwinden indem man das Spiel der Spalter mitspielt und sie ständig füttert so wie es DIE LINKE tut. Ich frage mich immer öfter ob es noch "Menschen" gibt oder ob wir mittlerweile nur noch eine lose Ansammlung von Minderheiten und Opfern der "Mehrheitsgesellschaft" sind. Die extremistische politische Linke ist DIE spaltende Kraft. Die ganze Dogmatik der Linken basiert auf Spaltung. Einfach mal aufhören aktiv zu Spalten wäre ein Fortschritt. Bald ist keiner mehr da, der die vielen Opfer und Identitäten anerkennen könnte.

Spaltung von was denn? Die Linke hat "dem Volk" doch nichts entgegen zu setzen. Pluralismus ist kein einender Gesellschaftsentwurf. Die Linke überschlägt sich in der Anerkennung von Identitäten, Subkulturen, Minderheiten. Der Sozialismus ist gescheitert, weil jeder nur auf die Ausnutzung "des Staates" aus war, keiner übernahm Verantwortung, jeder war nur Opfer. So kann man keine Gesellschaft machen.

 

"Wie beschreibt ihr den aktuellen gesellschaftlichen Umbruch"

Bei den anderen Fragen musste ich schon darauf eingehen. Ich sehe eine fortschreitende Amerikanisierung, einen Zerfall der Gesellschaft in unendlich viele Identitäten. Es geht nicht mehr gemeinsam voran wie für meine Großeltern und Eltern, sondern der Kampf um das was da ist ist ausgebrochen. Die Verfestigung der Milieus sehe ich nicht als Fehlentwicklung, nur deren Abgrenzung. Der historische Arbeiterkampf ist lange vorbei, bloße nostalgische Romantik.

Die Herausforderung der Zukunft ist es, die Gesellschaft in der Postwachstumswelt zu erhalten, die Lösungen hierfür werden sich nicht bei Marx finden.

Die Arbeitswelt wird sich durch bessere Expertensystem verändern, wodurch vermehrt nicht-manuelle Arbeiter und somit Frauen außerhalb des Service-, Sozial-Sektors betroffen sein werden. Immer mehr Menschen werden sich als Verlierer, Opfer, Abgehängte sehen, wenn DIE LINKE sie nicht mitnimmt werden sie zum rechten Rand driften. Wenn es knapp wird, werden die Ellenbogen ausgefahren und es ist Schluss mit Multikulti-Sozialem-Verständnis, dann wird nach unten getreten und nach oben geneidet. Das hat alles schon angefangen und wird schlimmer. Es geht um eine gerechte Verteilung (der Arbeit).

 

"Überwindung des Kapitalismus"

Es gibt keinen Sozialismus, keinen Kapitalismus und somit auch kein Vorher, kein Nachher und kein Überwinden.

Es geht um das Gestalten der Gesellschaftsordnung entlang gewisser Achsen. Kapitalismus|Kommunismus, Demokratie|Autokratie sind Extrem-Vorstellungen die hilfreich sind weil sie das Spektrum aufspannen, nicht weil sie erreichbare Utopien sind.

Anstelle dieses ganzen marxistischen Geschwätz sollte DIE LINKE Konkretes hervorbringen. Wie lässt sich der Kapitalismus retten und die Akkumulation verhindern? Wie können die Banken effizient reguliert werden? Was unternehmen wir gegen Steuerflucht? Wie verhindern wir Abwärtsspiralen/Abwärtswettbewerb? Was unternehmen wir gegen Marktversagen? Wie sorgen wir für reale Preise? Wie sorgen wir dafür, dass die Reichen der Gesellschaft und Natur soviel geben, wie sie von ihr nehmen/profitieren? Die nächste Wirtschaftskrise kommt immer. Bis zur nächsten Krise müssen Inflation und Leitzins 2,0% erreichen, sonst können wir uns auf brennende Asylantenheime und Kannibalismus einstellen.

 

"Spaß am Widerstand"

So kann man Menschen nur kurzfristig motivieren, aber nicht langfristig. Ohne massive Repression oder Angst kämpfen Menschen nur für etwas, aber nicht gegen. Mit Entrüstung, shit-storm kann man bestimmte Leute bewegen, aber ich sehe nicht wie das zu etwas führt.

Menschen kann man nur für etwas konkretes gewinnen das ihnen Hoffnung gibt.

 

"Politik für Klimagerechtigkeit"

Ist doch ganz einfach: 30€ pro Tonne CO2 OHNE Ausnahmen oder Subvention, der Erlös von 25 Mrd. € pro Jahr geht in den ÖPV und eine nachhaltige Entwicklungshilfe, die nicht bloß der deutschen Wirtschaft hilft sich anderswo zu entwickeln.

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